SEAN SCULLY

Sean Scullys Werk gründet sich auf einer stetigen Auseinandersetzung mit vertikalen und horizontalen Farbbahnen und Rechtecken. Mit verschiedenen Techniken und Materialien setzt Scully jene minimalistische Motivik konsequent in seinem künstlerischen Schaffen fort. Während er in seinen frühen Werken noch mit Klebeband klare exakte Streifenkanten setzt, löst er sich in den 80ern von dieser Präzision und malt die Konturen bewusst frei Hand als weiche lebendige Umrisse. Pinselduktus und Farbschichten lässt er deutlich erkennbar, wobei meist dunkle und erdige Farbtöne dominieren. Parallel zu den Gemälden entstehen Radierungen, Lithographien, Pastelle und Aquarelle, die sich in Motivik und Bildaufbau ähneln. Auch seine Fotoarbeiten befassen sich mit den geometrischen Formen, indem sie Fassaden, Türen, Fenster und Mauerwerk einzeln aufgreifen. Hinzu kommt eine in den 90ern entstandene Werkreihe „Floating Paintings“. Hier werden rechteckige Aluminiumblöcke mit Farbbahnen bemalt und an einer schmalen Längsseite an der Wand aufgehängt. Sean Scully ist 1945 in Dublin geboren. 1975 zog er nach seinem Kunststudium in London nach New York. Neben New York lebt und arbeitet der Künstler noch in Barcelona und München. 2007 erhielt er an der Münchner Akademie der Bildenden Künste einen Lehrauftrag.
 https://static01.nyt.com/images/2006/09/29/arts/design/scully.span.jpg  Sean Scully  Ausschnitt aus einem Interview:

„Art comes from Need“ heißt ein Film über Sie. Was haben Sie von der Kunst gebraucht und was brauchte die Kunst von Ihnen?

Mir war schon als Kind klar, dass ich Künstler werden würde. Oder dass ich etwas mit Politik machen würde. Und ich hatte eine große spirituelle Sehnsucht, ähnlich wie van Gogh, der ja auch missionarische Züge hatte. So war ich auch: Ich habe immer versucht, anderen Kindern oder Tieren zu helfen.
Es war unausweichlich, dass ich mit Kunst zu tun bekam. Vielleicht ist mein Beitrag zum 21. Jahrhundert die Art und Weise, wie sich mein Werk immer wieder neu erfindet, in dem es sich selbst kannibalisiert. Wie ich male, wie ich zeichne, das ist so endlos wie der Cyberspace. Dann kloppe ich das alles zusammen und daraus entstehen dann neue Strukturen. Anscheinend ist es das, was die Kunst von mir gebraucht hat.

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