Peter Krawagna

Peter Krawagna wurde 1937 in Klagenfurt geboren und lebt heute im österreichischen Krumpendorf. Seine Ausbildung an der Kunstschule Linz von 1953 bis 1957 setzte er anschließend bis 1961 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien fort; 1963/64 studierte er an der École des Beaux Arts in Paris.

Seine sehr sparsamen Bilder sind geistige Konzentrate von gegenständlichen Situationen, die das Künstlerauge fotografiert und auf das für seine Sehweise Wesentliche reduziert hat. Neben der formellen Sparsamkeit unterstreicht das häufig verwendete Schwarz – sei es in Linien oder Flächen – diesen malerischen Reduktionsprozess, wobei das Schwarz auch die Kombination mit Farben immer wieder neu belebt.

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Doch so sehr Krawagna mit seiner Kunst außerhalb der Zeit steht, so sehr steht er mit ihr in der Welt: Die Malerei des in Kärnten lebenden Künstlers kreist um die Idee einer genauen Erfassung von Eindrücken, begnügt sich allerdings nicht mit einer naturalistischen Wiedergabe. Krawagnas Bilder haben Motive, aber sie zeigen mehr das Sehen als das Motiv selbst.

Die Sinnlichkeit seiner Bilder ist das Erbe dieser Kulturlandschaft wie auch einer malerischen Tradition, die gerade heute wieder neu bedacht und gesehen werden muss. Ein wesentlicher Punkt bei der Betrachtung seiner Bilder: sie entstehen, oft nur mit einem zarten Bildgerüst versehen, vor der Natur, in Hitze und Kälte auf vorgrundierter Leinwand, die von Fall zu Fall im Anstand noch einmal überarbeitet, verändert wird. Das Malen, es ist ein Simultanüber-setzen des Eindrucks der Wirklichkeit, der von Augenblick zu Augenblick sich verändert.

Seine Arbeiten entstehen schnell, aber sie besitzen nichts Kalligraphisches, verwandeln die Wirklichkeit nicht in Zeichen wie auf den Bildern von Julius Bissier. Jedes Bild ist, obzwar im Kontext einer fortlaufenden Reihe entstanden, eine Individualität für sich. Bedeutung und Funktion der dargestellten Gegenstände interessieren ihn nicht. Kopf, Heuhaufen oder Lift-bügel sind gleichwertig und können für ihn Vorwand wie Thema sein. Auch haben die Motive in Afrika, in Bali oder Senegal, keinen exotischen Mehrwert; was ihn fasziniert, ist nicht das Topographische oder Exotische – er ist so wenig ein Reisemaler, wie es Klee gewesen ist. Was ihn motiviert hat, ist das Erlebnis von Licht und Farbe. Peter Weiermair

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