Markus Lüpertz

 „Der Künstler ist das Beste, Schönste und Großartigste, was die Gesellschaft hat“, sagt Markus Lüpertz, der sich selbst gerne auch als „Genie“ bezeichnet. Sein opulenter Lebensstil, seine egozentrische Sprache und sein selbstbewusstes Auftreten machen ihn zum „Malerfürsten“ par excellence. 

Markus Lüpertz wird 1941 im nordböhmischen Reichenberg, heute Liberec, in Tschechien, geboren. Seine Eltern fliehen mit ihm 1948 nach Rheydt/Mönchengladbach. Seit er denken kann, will Lüpertz Künstler werden. An der Werkkunstschule Krefeld angenommen, muss Lüpertz für sich selber sorgen, arbeitet im Bergbau unter Tage und bei der Fremdenlegion. Nach nur einem Semester endet der Akademiebesuch in Düsseldorf 1961 als „riesiges Fiasko“: Ein Professor hätte „beinahe gekotzt“, weil Lüpertz Cowboys am Lagerfeuer malte. Seine Ausstellung „Dithyrambische Malerei“ erregt 1964 Aufsehen, sein Werk wird als neoexpressionistisch, ausdrucksstark, jung und wild bezeichnet.1986 folgt sein persönlicher Triumph: Lüpertz kehrt an die Kunstakademie Düsseldorf als anerkannter Künstler und Professor zurück, wird Rektor. Einst den „Neuen Wilden“ zugeordnet, gilt Lüpertz heute als einer der wichtigsten Vertreter des Neoexpressionismus.

 

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 Markus Lüpertz in seinem Atelier in Düsseldorf

Lüpertz‘ Werke polarisieren, besonders im öffentliche Raum: In Bamberg wurde eine Skulptur umgestürzt, Augsburg verhinderte seine „Aphrodite“ durch ein Bürgervotum, der Künstler habe eine „Affront-Dite“ geliefert, Lüpertz‘ schaumgeborene Göttin sei nicht Kunst, sondern hässlich. In Salzburg wurde sein „Mozart“ geteert und gefedert, „Mozarts Leichtigkeit und diese Oberschenkel, das passt doch nicht zusammen“, hieß es. Unbeirrt von derartigen Anfeindungen arbeitet der Künstler weiter: in einer Düsseldorfer Kunstgießerei, wo er mit Schweißgerät und Pinsel eine riesige Bronze-Skulptur als Auftragsarbeit gestaltet, eine neue Aphrodite.

 

 

 

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