Künstler der Gruppe Zero:

ZERO © Peter E. Fischer/ZERO foundation

 

Bernard Aubertin, Hermann Bartels, Pol Bury, Enrico Castellani, Gianni Colombo, Lucio Fontana, Hermann Goepfert, Gotthard Graubner, Hans Haacke, Oskar Holweck, Yves Klein, Yayoi Kusama, Adolf Luther, Heinz Mack, Piero Manzoni, Almir Mavignier, Christian Megert, Henk Peeters, Otto Piene, Uli Pohl Hans Salentin, Jan Schoonhoven, Jésus Rafael Soto, Jean Tinguely, Günther Uecker, Jef Verheyen, Herman de Vries u.a.

Sie spielen mit Licht, Luft und Feuer, die Künstler der Gruppe ZERO. zero-katalogberlincover-652x576

Die Düsseldorfer Avantgardegruppe ZERO gilt als eine der bedeutendsten Kunstbewegungen der Nachkriegszeit. Ästhetisch wie ideologisch wollten Künstler wie Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker „bei Null“ beginnen, kehrten Strategien der jüngsten Vergangenheitsbewältigung bewusst den Rücken und revolutionierten durch die puristische Ästhetik ihrer Werke das moderne Selbstverständnis der Kunst

Kaum zu glauben, dass der Zero-Rakete auf dem Weg in Richtung Kunstgeschichte fast der Sprit ausgegangen wäre. Zwei Boomphasen hielten das Projekt glücklicherweise auf Kurs. Die erste begann gleich zu Anfang: 1958 formierten sich Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker zu Zero. Sie vernetzten sich mit Künstlern wie Lucio Fontana aus Mailand oder Yves Klein aus Paris zu einer schlagkräftigen Avantgarde, die eine ungegenständliche und unpersönliche, dabei aber coole, spirituelle und erstaunliche Kunst propagierte. Frühe Anerkennung in Museen in Leverkusen (1960) und Amsterdam (1962) waren der Lohn. Nach Ende der Gruppe (1966) stellten Piene, Mack und Uecker bis in die Siebziger hinein auf Biennalen und auf der Documenta aus. Danach wurde es ruhig um Zero.  

Sprung in den Februar des Jahres 2010 und einen Auktionssaal von Sotheby’s in London. Die Sammlung Lenz Schönberg mit Zero-Kunst wird versteigert – und erzielt sensationelle Ergebnisse. Ein Nagelbild von Uecker verfünffacht seinen Schätzpreis auf rund 936.000 Euro. Werke von Piene und Mack landen bei 250.000 und 230.000 Euro. Auch hier hatte man ein Fünftel des Preises erwartet. So gerät Zero wieder ins Blickfeld. Die zweite Zündphase der Zero-Rakete wurde maßgeblich vom Markt angeheizt. Der Rekordpreis für ein Uecker-Nagelbild liegt mittlerweile bei 1,26 Millionen Euro – erzielt im vergangenen Juli mit Hommage à Fontana I (1962) bei Ketterer in München. 

 
Auf den Boom am Markt folgt die Wiederentdeckung durch die Kuratoren: 2014 stellte Heinz Mack goldene Stelen vor der Kirche San Giorgio Maggiore in Venedig auf und Otto Piene ließ aufblasbare Sterne über der Berliner Nationalgalerie aufgehen. Aktuell läuft im K20 in Düsseldorf Günter Ueckers Werkschau (bis 10. Mai) – und dann gibt es natürlich die lang erwartete Zero-Retrospektive, die nach einer Station im Guggenheim Museum New York jetzt bis zum 8. Juni im Martin-Gropius-Bau in Berlin gastiert, bevor sie nach Amsterdam weiterzieht. All das mehrt den Ruhm: Während Günter Uecker sich schon seit längerem in den Top 100 des Kunstkompasses festgesetzt hat, macht vor allem Mack mit einem Zuwachs von 4.250 Punkten und einen großen Sprung auf Platz 204 auf sich aufmerksam.

Zero-Ausstellung

Die Installation „Sphère-trames“ (v.) des Künstlers François Morellet und die Installation „Relations bleues, noires et argentées“ (h) des Künstlers Jesús Rafael Soto.

Die internationale Kunstbewegung der 50er und 60er Jahre

Die Künstler der Gruppe Zero arbeiteten mit Feuer und Wasser, Licht und Rauch und schufen Kunstwerke aus Nägeln, Aluplatten oder Glas und revolutionierte so in den 50er und 60er Jahren mit ihrer puristischen Ästhetik das moderne Selbstverständnis von Kunst.

 

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