K.R.H. Sonderborg

*  1923 Sonderborg/Dänemark
† 2008 Hamburg

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„Bei mir war es jedes Mal, wenn ich ein Bild malte, als wenn es um mein Leben geht“, so Kurt Rudolf Hoffmann, der sich offiziell 1951 nach seinem Geburtsort K.R.H. Sonderborg nennt, um nach dem Krieg nicht als deutscher Künstler identifiziert zu werden. Vor seinem Studium an der Landeskunstschule in Hamburg bei Willem Grimm und Maria May ist Sonderborg ein Jahr lang Privatschüler bei dem Maler Ewald Becker-Carus in Hamburg. 1953 wird er Mitglied der Künstlergruppe „ZEN 49“. Großstadtimpressionen, ausgelöst durch Aufenthalte in Paris, London und New York, Umweltgeräusche und der Jazz – sein Vater ist Jazzmusiker – spielen bei Sonderborg eine zentrale Rolle. Seit Anfang der fünfziger Jahre kommt Sonderborg mit dem amerikanischen Action Painting in Berührung. Mit spontanem Farbauftrag erreicht er nun die Darstellung eines strukturellen Gefüges, das Form im Zustand des Werdens sichtbar macht. Damit ist Sonderborgs Werk der amerikanischen gestischen
Malerei weit näher als dem europäischen Informel. 1958 nimmt er an der Biennale in Venedig teil und wird 1960 mit dem Preis für Druckgrafik der Biennale in Tokio ausgezeichnet sowie 1963 mit dem Großen Internationalen Preis für Zeichnung auf der Biennale in São Paulo. Der documenta Teilnehmer (1959 und 1964) lehrt in Stuttgart (1965), Minneapolis (1969/70) und Chicago (1986). 1988 erhält Sonderborg den Hans-Moltener-Preis.

 Bildergebnis für k. r. h. sonderborg maler   K.R.H. Sonderborg in seinem Atelier

Einer der wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler, K. R. H. Sonderborg, ist im Alter von 84 Jahren in einem Hamburger Krankenhaus gestorben. Der 1923 als Kurt Rudolf Hoffmann im dänischen Sonderborg geborene Maler gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der informellen Malerei. Sonderborg wuchs in Hamburg auf und studierte dort Malerei und Grafik. In den dreißiger Jahren gehörte er den so genannten „Swing Boys“ an, einer Gruppe von Jugendlichen, zu der auch der Maler und Autor Hans Platschek gehörte und die sich bewusst gegen die Konformität unter dem Hitler-Regime stemmten, Jazz hörten, sich dandyhaft kleideten – und von der Gestapo verfolgt wurden. Sonderborg kam 1941 ins Gefängnis. Der Haftgrund lautete auf Anglophilie, staatsabträgliches Verhalten mit dem Ziel, Unruhe unter der Bevölkerung zu stiften.

Nach Kriegsende hatte er im Hamburger Kunstverein eine erste Gruppenausstellung. Sonderborg war in der Folge ein bewegter Mann: Er wohnte längere Zeit auf den italienischen Inseln Stromboli und Sizilien, lebte in Hamburg, Paris, New York und Berlin. „Es ist, als ob die Bewegung, die sich in farbigen und häufig schwarz-weißen Abläufen auf seinen Bildern manifestiert, ihm Lebenselement wäre“, schrieb Wieland Schmied in seinem Standardwerk „Malerei nach 1945“. Sonderborg experimentierte mit Techniken, Malweisen und verschiedenen Materialien, setzte auch mal einen Scheibenwischer ein, um schlierenförmige Bildstrukturen zu erzeugen, oder zerkratzte die Bildoberfläche mit Rasierklingen. Sonderborg war Mitglied der legendären Gruppe ZEN und nahm zweimal – 1959 und 1964 – an der Documenta in Kassel teil.

 

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